Max Slevogt-Galerie
auf Schloss "Villa Ludwigshöhe" in Edenkoben/Pfalz
 
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Die Nibelungen – Max Slevogt zum 70. Todestag
24. August bis 1. Dezember 2002

Die Sage der Nibelungen, vor allem die Heldengestalt Siegfrieds, sein Tod durch Verrat und die Versenkung des Nibelungenschatzes im Rhein wurde im nationalistisch geprägten 19. Jahrhundert als romantisch verklärter Stoff aus den grauen germanischen Vorzeiten wiederbelebt. Richard Wagners musikalische Bearbeitung im vierteiligen „Ring des Nibelungen“ war sicherlich am einflussreichsten. Ein auffällig breites Interesse fand die Mär von Siegfried, Gunter und Hagen, Kriemhild, Brunhild und Etzel dann um die Jahrhundertwende, als Befürchtungen vom Untergang des Abendlandes in der Vernichtung der Nibelungen an Etzels Hof eine Parallele erahnen ließen. Solche „Endzeitversionen“ sah man dann durch die Schrecken des Ersten Weltkrieges bestätigt. Das Interesse am Nibelungenstoff verlagerte sich demgemäß bei der Gestaltung durch die Künstler hin zu den grausigen Szenen von Verrat und Tod. Auch Slevogt, erschüttert von seinen Kriegserlebnissen an der Westfront, wählte für die Illustrierung des Stoffes dramatische Szenen. Er griff zu Technik des Holzschnitts, der mit seinen starken schwarz-weiß Kontrasten dem düsteren, expressiven Geist der Zeit mehr entspricht als die sonst von ihm bevorzugten, sensibleren Techniken der Radierung oder der Lithographie.