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Nachtgedanken
"Düstere" Graphik von Max Slevogt
21. Juni bis 9. August 2009
Slevogts Werk wird selten mit
politischen Aussagen in Verbindung gebracht: Diese
Ausstellung machte erstmals die Schärfe seiner
Zeitkritik zum Thema.
Mitten im Ersten Weltkrieg – Slevogt hatte im Herbst
1914 sechs Wochen an der Front in Belgien und
Frankreich verbracht – publizierte er Stein- und
Zinkdrucke unter dem Titel „Gesichte“ (1917), in
welchen er seine niederschmetternden Erlebnisse in
ebenso phantastischen wie bedrohlichen und grausamen
Visionen auf Papier bannte und die von der
Betroffenheit und fast depressiven, tiefen
Melancholie des Künstlers zeugen.
Ab 1924 fasste er schwarze, in Verwandtschaft zu
Goya geschaffene Visionen unter dem Titel „Schatten
und Träume“ zusammen (erschienen 1926). Die Motive,
teils von literarischen Quellen angeregt, teils der
eigenen Phantasie verdankt, greifen die soziale und
politische Problematik der Weimarer Republik auf. In
ihnen steht der Künstler nicht außerhalb, sondern
innerhalb des Geschehens.
Die Ausstellung zeigte alle frei geschaffenen
graphischen Serien Slevogts, in denen er vor allem
seiner eigenen Phantasie und vielfältigen anderen
Anregungen folgte.
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