Max Slevogt-Galerie
auf Schloss "Villa Ludwigshöhe" in Edenkoben/Pfalz
 
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Napoleon in der Karikatur
6. Juni bis 8. August 2004

Napoleon (1769-1821) hat Zeit seines Lebens an seinem Erscheinungsbild gearbeitet. Mit seinem Zweispitz, dem grauen Redingote oder der grünen Jägeruniform und der in den Mantel geschobenen Hand stilisierte er sich zu einem unverwechselbaren „icon“. In den monumentalen Gemälden eines David, Gérard oder Gros ließ er sich als verwegener Kriegsheld oder gottgleicher Herrscher verewigen. Nicht auf Ähnlichkeit kam es dem Kaiser dabei an, weshalb er es auch ablehnte, Modell zu stehen: „Niemand will wissen, ob die Porträts berühmter Leute ähnlich sind. Es genügt, dass ihr Genius in ihnen lebt.“ Die zeitgenössischen Karikaturen auf Napoleon nehmen diese Darstellungen direkt aufs Korn. Sie thematisieren die Körperlichkeit des Kaisers, sehen den „Totengräber der Franzosen“ im Bunde mit dem Teufel, machen ihn zum Hanswurst und Spielball der Koalitionsmächte. Immer geht es darum, den lange Zeit als unbesiegbar geltenden Feldherrn in der Groteske zu erniedrigen. Im Lachen befreit sich die aufgestaute Angst. In den ausgestellten, teils sehr berühmten Karikaturen lassen sich Aufstieg und Fall des Kaisers Schritt für Schritt verfolgen. Im Zerrspiegel gezeichneter Kommentare lebt die kontroverse Diskussion der Zeitgenossen um den verehrten oder verachteten Korsen noch einmal auf.

In der Ausstellung wurden 50 deutsche Karikaturen eines Privatsammlers aus München und sieben Blätter aus der Graphischen Sammlung des Mainzer Landesmuseums gezeigt.